Junge Frauen in technische Berufe - Verleihung des 5. Soroptimist Deutschland Preises 2017

Hannover, 17.02.2017 

Der mit 20.000 Euro dotierte Soroptimist Deutschland Preis geht in diesem Jahr an proTechnicale, ein Projekt mit Modellcharakter, das Technik und Philosophie verbindet.

Mit dieser Auszeichnung wird das Engagement von proTechnicale, einem Projekt der Sophia.T gGmbH gewürdigt, mehr jungen Frauen in technischen Berufen eine Zukunft zu ermöglichen. Sie werden für technische und naturwissenschaftliche Studiengänge und Berufe begeistert und haben die Möglichkeit, ein Netzwerk in Industrie und Universität aufzubauen und die eigene Persönlichkeit weiterzuentwickeln. Das Preisgeld soll sowohl für ein Vollstipendium als auch für begleitende Workshops zu Philosophie, Rhetorik und Improvisationstheater verwendet werden – ein horizonterweiterndes Konzept!

Im Rahmen einer feierlichen Verleihung am 8. März in Frankfurt wird die Projektkoordinatorin Dr. Tanja Zeeb die Auszeichnung entgegennehmen.

Der Soroptimist Deutschland Preis wird alle zwei Jahre am Weltfrauentag, dem 8. März, verliehen. 2017 findet der Festakt um 11:00 Uhr im Frankfurter Grandhotel Hessischer Hof, Friedrich-Ebert-Anlage 40, statt. Der hessische Ministerpräsident Volker Bouffier hat die Schirmherrschaft übernommen, er wird vertreten durch Herrn Staatssekretär Joe Dreiseitel. Renate Matthei, die Geschäftsführerin des Furore Verlags und Preisträgerin des Soroptimist Deutschland Preises 2015 wird die Laudatio halten.

Soroptimist International Deutschland würdigt mit diesem Preis Verdienste um die Verbesserung der Stellung der Frau in der Gesellschaft. Das zeigt sich auch in der Bandbreite der bisherigen Preisträgerinnen: Der Soroptimist Deutschland Preis ging bislang an Prof. Dr. Christiane Nüsslein-Volhard (2008), Prof. Dr. Dagmar Schipanski (2010), Prof. Dr. Jutta Allmendinger (2012) und Renate Matthei sowie Mustafa Karakas (2015).

Wir freuen uns, wenn Sie bei der Preisverleihung am 8. März um 11:00 Uhr in Frankfurt am Main dabei sein möchten. Melden Sie sich bitte an bei der SID Geschäftsstelle in Hannover, Telefon: 0511 2880326 oder über soroptimist[at]soroptimist.de  

Soroptimist International (SI) ist die weltweit größte Service-Organisation berufstätiger Frauen. SI engagiert sich als Organisation im lokalen, nationalen und internationalen Umfeld für die Menschenrechte, Bildung für Mädchen und Frauen, Frieden, internationale Verständigung und verantwortliches Handeln. SI beteiligt sich aktiv an den Entscheidungsprozessen auf allen Ebenen der Gesellschaft. SI hat weltweit rund 80.000 Mitglieder in 132 Ländern und aktuell 214 Clubs und über 6.500 Mitglieder in Deutschland.

Weitere Informationen und die Ausschreibungskriterien des Soroptimist Deutschland Preises finden Sie hier: www.soroptimist.de/fileadmin/user_upload/Bilder/Soroptimist_Deutschland_Preis/Ausschreibung_Soroptimist_Deutschland_Preis_2017.pdf

Weitere Informationen unter www.soroptimist.de.

Kontakt: Soroptimist International Deutschland Seelhorststraße 51, 30175 HannoverTel: 0511 / 2 88 03 26, E-Mail: soroptimist@soroptimist.de

Clubs von Soroptimist International Deutschland spenden über 1,5 Millionen Euro im Jahr

Pressemitteilung 29. September 2015 

Hannover. „Es sind die vielen engagierten Clubs, die Soroptimist International tragen“, weiß Magdalena Erkens, Präsidentin von Soroptimist International Deutschland (SID). Nach zwei Jahren zieht sie zum Ende ihrer Amtszeit positive Bilanz. Pro Jahr unterstützen die deutschen SI-Clubs Projekte im In- und Ausland mit gut 1,5 Millionen.

„Einzigartig ist das Engagement der deutschen Clubs für das Projekt „Schule für syrische Flüchtlingskinder“, das wir gemeinsam mit der Welthungerhilfe (WHH) entwickelt haben“, erläutert die SID-Präsidentin, die das Thema „Flüchtlinge“ zu einem Schwerpunkt ihrer Amtszeit erklärte. Das Schulprojekt in Mardin, im türkisch-syrischen Grenzgebiet, ist inzwischen zum Selbstläufer geworden. Die Welthungerhilfe setzt alles daran, die Finanzierung für die nächsten fünf Jahre aufzubringen. „Gestern (28.9.) hat die Schule wieder angefangen. 410 Mädchen und Jungs besuchen inzwischen den Unterricht nach syrischen Lehrplänen“, erläutert Magdalena Erkens. „Viele von ihnen sind von Anfang an dabei. Die Fluktuation ist nicht so hoch, wie man aufgrund der Flüchtlingsströme erwarten könnte, denn die meisten Familien bleiben bewusst in der Nähe ihrer Heimat, in der Hoffnung, eines Tages zurückkehren zu können. Dann brauchen die Kinder die Schulbildung, die sie jetzt bekommen.“

Das Projekt der deutschen SI-Clubs, die inzwischen 110.000 Euro für die Schule gespendet haben, hat Unterstützer gefunden: Ein Sponsor übernimmt für die kommenden beiden Jahre den Schulbus-Service für die Kinder. Der türkische Staat trägt die Gehälter der syrischen Lehrer und die Kosten für das Schulgebäude. Da bleibt mehr SI-Spendengeld übrig für Schulmaterialien, Milch und Pausensnacks.

„Wir haben uns außerdem entschlossen, kurzfristig 7.000 Euro für die Wiederherstellung einer Schulhofmauer zu spenden. Das klingt seltsam, ist aber wichtig“, erläutert Magdalena Erkens: „Im rund 30 Kilometer von Mardin entfernten Kiziltepe betreut UNICEF eine Schule für Flüchtlingskinder, in der sich unser Partner WHH ebenfalls engagiert. Die Mauer, die den Schulhof umgrenzt, ist völlig marode, zum Teil eingestürzt, sodass die Lehrer um die Sicherheit der Schüler fürchten, vor allem für die syrischen Mädchen. In den Pausen werden sie von jungen Männern belästigt. Mit dem Wiederaufbau der alten Schulhofmauer, bieten wir den Mädchen einen Schutzraum, damit sie unbehelligt lernen können. Als Soroptimistinnen halten wir das für enorm wichtig. Bildung braucht auch sichere Räume.“

Spendenkonto: Hilfsfonds von SI Deutschland, Stichwort „Flüchtlingshilfe“, Konto-Nr. 040 900 300, BLZ 670 700 10, IBAN: DE83670700100040900300, BIC: DEUTDESMXXX.

Verantwortlich: Magdalena Erkens, Präsidentin Soroptimist International Deutschland, c/o Geschäftsstelle SID, Hannover, Tel.0511/2 88 03 26, E-Mail: soroptimist@soroptimist.de Pressekontakt: Eva Reinhold-Postina, SID-Kommunikationsbeauftragte, Telefon 0171 5320553

Soroptimist International Deutschland finanziert Schule für syrische Flüchtlingskinder - Spenden sichern SID-Projekt an der türkisch-syrischen Grenze bis zum Jahresende

Hannover. „Wir haben die 100.000-Euro-Marke gerissen und sind damit weit über unser Ziel hinaus gekommen“, freut sich Magdalena Erkens, Präsidentin von Soroptimist Interna-tional Deutschland (SID). Diese 100.000 Euro haben die deutschen Soroptimistinnen seit Jahresbeginn für eine Schule für syrische Flüchtlingskinder in der Türkei gestiftet. Aufgebaut hat die Schule die Welthungerhilfe gemeinsam mit türkischen Partnern vor Ort.

Magdalena Erkens hat die Schule in Mardin an der türkisch-syrischen Grenze kürzlich besucht und berichtet: „Seit Januar werden dort 375 syrische Mädchen und Jungen in gemischten Klassen unterrichtet, geprüft und benotet. Alles auf Arabisch und nach syrischem Lehrplan, denn Syrien hatte vor dem Krieg ein hochqualifiziertes Bildungswesen.“ Auch die 21 Lehrer stammen aus Syrien, die meisten sind vor dem IS geflohen. Zwei Lehrer stammen aus der Türkei, sie geben Türkisch-Unterricht. „Das ist wichtig und hilft bei der Integration, denn die meisten Flüchtlingskinder werden wohl lange in der Türkei leben.“

Geplant war ursprünglich, die Schule bis zu den Sommerferien zu finanzieren. Kalkuliert hatten SID und der Kooperationspartner Welthungerhilfe dafür zunächst 61.000 Euro. „Ich habe nicht damit gerechnet, dass die deutschen Soroptimistclubs so schnell so viele Spenden sammeln“, freut sich Magdalena Erkens. „Damit ist die Schule zunächst bis zum Jahresende gesichert. Der Unterreicht ist wichtig für die Kinder. Er bringt ihnen neben allem Wissen vor allem Stabilität im Flüchtlingsalltag.“

Angesichts von über 13.000 Kindern, die allein in den Flüchtlingslagern an der türkisch-syrischen Grenze ausharren müs-sen, ist das Projekt erst ein kleiner Anfang. Die SID-Präsidentin will sich dafür einsetzen, den Schulunterricht in Mardin auf Dauer zu sichern. SID sammelt weiter Spenden, Präsidentin Erkens wird weiter für die große Bildungsaufgabe werben, etwa beim Bürgerfest des Bundespräsidenten, zu dem sie am 11. September nach Berlin eingeladen ist.

Spendenkonto:

Hilfsfonds von SI Deutschland, Stichwort „Flüchtlingshilfe“, Konto-Nr. 040 900 300, BLZ 670 700 10, IBAN: DE83670700100040900300, BIC: DEUTDESMXXX.

Soroptimist International (SI) ist die weltweit größte Service-Organisation berufstätiger Frauen. SI engagiert sich als Organisation im lokalen, nationalen und internationalen Umfeld für die Menschenrechte, Bildung für Mädchen und Frauen, Frieden, internationale Verständigung und verantwortliches Handeln. SI beteiligt sich aktiv an den Entscheidungsprozessen auf allen Ebenen der Gesellschaft. SI hat weltweit 80.000 Mitglieder in 130 Ländern und aktuell 209 Clubs und 6.300 Mitglieder in Deutschland. Weitere Informationen unter www.soroptimist.de

Verantwortlich: Magdalena Erkens, Präsidentin Soroptimist International Deutschland,

c/o Geschäftsstelle SID, Hannover, Telefon 0511 2880326, E-Mail: soroptimist@soroptimist.de

Pressekontakt: Eva Reinhold-Postina, SID-Kommunikationskoordinatorin, Telefon 0171 5320553

Soroptimistinnen fördern weiblichen Führungsnachwuchs - Anmeldeschluss zum SI-Mentoring-Programm 2015 ist am 10. April

HANNOVER. Soroptimist International Deutschland (SI Deutschland) fördert seit 2003 gezielt junge Frauen auf ihrem Weg in berufliche Führungspositionen. Dazu hat SI Deutschland ein eigenes Mentoring-Programm entwickelt, das inzwischen auch in den europäischen Nachbarländern Belgien, Luxemburg und Schweden übernommen wurde. Aktuell schreibt SI Deutschland das Mentoring-Programm 2015 aus. Zur Bewerbung eingeladen sind alle jungen Frauen, die seit mindestens drei Jahren im Beruf stehen und eine Führungsposition anstreben oder bereits erreicht haben. Die Bewerberinnen können sowohl aus einem akademischen als auch aus einem handwerklichen Beruf kommen. Sie sollten Interesse an der Mitarbeit im soroptimistischen Netzwerk haben und bereit sein, sich gesellschaftlich und sozial zu engagieren. Einsendeschluss für die Bewerbung zum Mentoring-Programm von SI Deutschland ist der 10. April 2015.

Das Mentoring-Programm dauert neun Monate und beinhaltet neben den regelmäßigen, individuellen Treffen mit der persönlichen Mentorin auch professionelle Seminare. SI Deutschland hat in bisher sechs Durchgängen des Mentoring-Programms in der Bundesrepublik und den Nachbarländern rund 115 junge Frauen gefördert. Die über 50 Mentorinnen sind alle erfahrene Frauen in Führungspositionen und Mitglieder von Soroptimist International Deutschland. Weitere Informationen und Hinweise zur Anmeldung unter dem Stichwort „Mentoring-Programm“ auf der Website von Soroptimist International Deutschland unter www.soroptimist.de.

Verantwortlich: Magdalena Erkens, Präsidentin Soroptimist International Deutschland,c/o Geschäftsstelle SID, Hannover, Tel.0511/2 88 03 26, E-Mail: soroptimist@soroptimist.de

Pressekontakt: Eva Reinhold-Postina, SID-Kommunikationsbeauftragte, Telefon 0171 5320553

SI finanziert Schule für syrische Flüchtlingskinder - Soroptimist International Deutschland kooperiert mit Welthungerhilfe

Hannover. „In den Flüchtlingslagern an der türkisch-syrischen Grenze wächst eine Generation ohne Schulbildung heran. Rund 13.500 schulpflichtige Kinder und Jugendliche haben dort keine Chance auf regelmäßigen Unterricht. Hier müssen wir als Weltgemeinschaft dringend etwas tun“, fordert Magdalena Erkens, Präsidentin von Soroptimist International Deutschland (SID). Sie hat deshalb einen starken Partner gesucht und in der Welthungerhilfe gefunden. „Wir sind sehr glücklich über die Kooperation mit dieser renommierten Organisation.“

Geplant ist der Bau einer Schule für syrische Flüchtlingskinder an der türkisch-syrisch Grenze, in der Provinz Mardin. Soroptimist International Deutschland und die Welthungerhilfe werben gemeinsam um Spenden. Die Türkei stellt die Gebäude zur Verfügung, die Welthungerhilfe organisiert die Schule und deren Betrieb vor Ort, SID kümmert sich um die notwendigen Spendengelder. Der Unterricht wird auf die syrischen Lehrpläne zugeschnitten. Die Kinder und Jugendlichen werden in ihrer Landessprache unterrichtet.

„Für das erste Halbjahr benötigen wir 61.500 Euro. Darin sind neben den Schulmöbeln und Unterrichtsmaterialien auch die Kosten für Schulbusse sowie Lunchpakete enthalten und die Gehälter für zehn Lehrer“, erläutert Magdalena Erkens.

Erste Gelder hat SID bereits gesammelt. Weitere Spenden nimmt der Hilfsfonds von SI Deutschland auf seinem Spendenkonto entgegen: Stichwort „Flüchtlingshilfe“, Konto-Nr. 040 900 300, BLZ 670 700 10, IBAN: DE83670700100040900300, BIC: DEUTDESMXXX.

Nähere Informationen zum Projekt unter www.soroptimist.de/fluechtlingsprojekt-welthungerhilfe/

Verantwortlich:

Magdalena Erkens, Präsidentin Soroptimist International Deutschland,

SID-Geschäftsstelle, Hannover, Telefon 0511 288 03 26 oder 08554 94 44 54, E-Mail: soroptimist@soroptimist.de

Pressekontakt: Eva Reinhold-Postina, SID-Kommunikationskoordinatorin, Telefon 0171 5320553

Interview mit SID-Präsidentin Magdalena Erkens zum Projekt „Schule für syrische Flüchtlingskinder“

Magdalena Erkens erklärt die Kooperation mit der Welthungerhilfe und sagt:

„Bildung, Menschenrechte, Chancen für Frauen und Mädchen: Das ist der Kitt von Soroptimist International (SI)!“

Frage:

SI Deutschland kooperiert mit der Welthungerhilfe. Das ist ein großer Erfolg! Wie kam es zu dieser ungewöhnlichen Zusammenarbeit?

Magdalena Erkens:

"Ja, das ist eine tolle Geschichte und wir sind wirklich froh über die Kooperation mit dieser sehr angesehenen Organisation.

Dankbar bin ich ganz besonders Kathy Kaaf, Past-Präsidentin von SI Europa. Sie hat den Kontakt hergestellt und zwar während des Europakongresses 2013 in Berlin. Dort war die Welthungerhilfe vertreten.

SI Deutschland ist mit über 200 Clubs das mitgliederstärkste Land innerhalb von SoroptimistInternational Europa und damit groß und finanzkräftig genug für ein eigenes Projekt. Was uns fehlt, das ist die Womenpower in den Krisengebieten. Deshalb brauchen wir Partner, die bereits vor Ort in den problematischen Regionen arbeiten, in denen wir uns engagieren wollen.

Mit der Welthungerhilfe kommen wir genau dorthin, wo wir hinwollen, in diesem Fall zu den Kindern der vielen Flüchtlinge an der syrisch-türkischen Grenze."

F.: Es gibt viel Not auf der Welt, warum engagiert sich SI für Flüchtlinge?

Magdalena Erkens:

"Weil da die Not gerade am größten ist. Im Augenblick sind 50 Millionen Menschen weltweit auf der Flucht. Soviel waren seit Ende des Zweiten Weltkrieges nicht mehr heimatlos und vertrieben. Das ist furchtbar und bewegt uns alle. Viele Soroptimistinnen engagieren sich in ihren Clubs und auch privat in der Flüchtlingshilfe. Aber wir können ja nicht jeden nach Deutschland holen, sondern müssen auch etwas für die tun, die in Flüchtlingslagern ausharren müssen und auf die Zukunft hoffen."

F.: SI engagiert sich speziell für syrische Flüchtlingskinder. Warum diese Zielgruppe?

Magdalena Erkens:

"Kinder und Frauen sind in Kriegen und auf der Flucht besonders gefährdet. Hier kommt aber noch ein anderes Problem hinzu, das sich erst in einigen Jahren bemerkbar machen wird. Seit drei Jahren herrscht in Syrien Bürgerkrieg, seit drei Jahren gibt es in vielen Regionen keinen geregelten Unterricht mehr. Das gilt ganz besonders für die Kinder in den Flüchtlingslagern. Das heißt, wir laufen Gefahr, dass uns im Augenblick eine ganze Generation verloren geht. Das kann sich die Weltgemeinschaft nicht leisten. Bildung ist das A und O eines selbstbestimmten Lebens und ein zentrales Anliegen von Soroptimist International. Zahlreiche SI-Projekte weltweit sind dem Thema Bildung gewidmet. In Deutschland haben wir beispielsweise ein sehr erfolgreiches Mentoring-Programm, das inzwischen sogar europaweit Schule macht. Aber das ist natürlich ein wunderbarer Luxus, verglichen mit dem, was wir nun an der türkisch-syrischen Grenze machen."

F.: Wie genau läuft das Projekt konkret?

Magdalena Erkens:

"Der türkische Staat stellt die Gebäude zur Verfügung. Die Welthungerhilfe stattet sie mit Mobiliar aus, engagiert Lehrkräfte und organisiert den Schulalltag mit Möbeln, Lernmitteln, Lunchpaketen und dem Transport der Schüler. SI Deutschland will tatkräftig finanzielle Unterstützung leisten."

F.: In der Kostenaufstellung findet sich auch die Position Schulbusse. Wozu dies?

"Weil die Schulen nicht in den Flüchtlingscamps liegen, sondern außerhalb. Das haben wir auch ganz bewusst so organsiert, damit die Kinder mit dem Schulbesuch aus dem Lager herauskommen und sich eine Art Normalität im Schulalltag entwickelt. Wie früher zu Hause, wie überall auf der Welt: Kinder gehen morgens aus dem Haus und in die Schule, zum Lernen. Dem Flüchtlingsalltag und dem Camp für ein paar Stunden entfliehen zu können, das ist für die Kinder sehr wichtig, wie Psychologen immer wieder betonen. Das ist ein sehr gut durchdachtes Konzept."

F.: Wie viele Kinder werden genau unterstützt?

Magdalena Erkens:

"Die Schule ist zunächst für 300 Schülerinnen und Schüler konzipiert. Wenn das Projekt gut läuft, kann es verlängert und erweitert werden."

F.: In der Kalkulation ist auch von 150 Lunchpaketen die Rede, die ebenfalls über SI-Spenden finanziert werden. Wieso nur 150 von 300 Kindern?

Magdalena Erkens:

"Auch das hat gute Gründe: Im Flüchtlingslager gibt es unterschiedlich arme Flüchtlinge. Familien, die mehr oder auch weniger haben. Die, die über etwas Geld verfügen, die kaufen ihren Kindern das Lunchpaket, die anderen bekommen es von SI Deutschland finanziert. Übrigens kostet so ein Lunchpaket nur ein Euro am Tag. Das zeigt wieder einmal, wie hervorragend die Welthungerhilfe ihr Metier beherrscht. Sie kämpft von je her gegen den weltweiten Hunger und für nachhaltige Ernährungssicherheit - und wir als SI Deutschland profitieren jetzt davon."

F.: Im Budget sind auch die Gehälter für zehn Lehrkräfte.

Magdalena Erkens:

"Ja, die Welthungerhilfe engagiert zehn arabischsprachige Lehrkräfte. Die Kinder werden nach den syrischen Schulplänen unterrichtet. Schließlich besteht ja immer die Hoffnung auf Rückkehr und Normalität. Priorität hat, dort anzuknüpfen, wo gute Konzepte abgerissen sind. Und das Schulsyste in Syrien war ja nicht schlecht."

F.: Wie läuft die Spendensammlung?

Magdalena Erkens:

"In einem Wort: Hervorragend! Wir sind glücklich, wie viele Clubs und auch Einzelspender sich bereits jetzt engagieren. Wir haben innerhalb von vier Wochen, nur durch internes Weitersagen innerhalb von SI bereits über 24.000 Euro (Stand Mitte Januar 2015) zusammen bekommen. Das ist über ein Drittel der Summe, die wir für den Anfang brauchen. Ich hoffe sehr, es geht so gut weiter."

F.: Geht das Projekt zu Lasten andere Projekte?

Magdalena Erkens:

"Das kann ich mir nicht vorstellen! Die über 6.300 deutschen Clubschwestern sind sehr engagiert und investieren jedes Jahr rund  1, 5 Millionen Euro in Projekte im In- und Ausland. Das ist eine enorme Summe! Dagegen sind die jetzt angesetzten 61.500 Euro ein vergleichsweise überschaubarer Betrag. Deshalb bin ich auch zuversichtlich, dass wir das Geld zusammen bekommen und es ein richtig gutes Projekt wird. Das Projekt ist ja auch ganz auf SI Deutschland zugeschnitten. Alle unsere Werte sind darin enthalten: Bildung, Frieden, Menschenrechte, Chancen für Frauen und Mädchen! Das ist der Kitt von SI! Dafür stehen wir! Dafür setzen wir uns ein! Weltweit."

F.: Wenn das so ist, warum so bescheiden? Warum nur ein halbes Jahr?

Magdalena Erkens:

"Es ist ein Anfang. Bekommen wir mehr Geld zusammen, können wir das Projekt ausweiten und verlängern. Der mittelfristige Ansatz von zunächst einem halben Jahr ist aber sehr vernünftig, denn wie es weitergeht, das hängt natürlich auch von den politischen Entwicklungen ab. Wer weiß heute schon, was in sechs Monaten ist?"

F.: Nehmen wir an, das Geld kommt doch nicht zusammen. Was passiert dann mit den Schülerinnen und Schülern?

Magdalena Erkens:

"Nach dem tollen Start denke ich, müssen wir uns darüber keine ernsthaften Sorgen machen. Die Clubs sind sehr engagiert, und wir haben ja immer schon neben den vielen Clubprojekten auch SI Deutschland-Projekte gehabt. Wir sind ja auch eine Solidargemeinschaft! Und selbst im „schlimmsten Fall“ hat mir die Welthungerhilfe versprochen, alles zu tun, um das Projekt zu erhalten. Es wird also nicht einfach wieder eingestellt. Aber wie ich die Soroptimistinnen und ihr großes Herz kenne, bin ich zuversichtlich, dass wir das schaffen und viele Mädchen und Jungen davon profitieren."

Letzte Frage: Warum kooperiert SID mit der Welthungerhilfe?

Magdalena Erkens:

"Bei solchen Projekten brauchen wir wirklich zuverlässige Partner. Die Welthungerhilfe ist so ein Partner. Sie wurde 1962 vom damaligen Bundespräsidenten Lübke gegründet und kann auf eine beeindruckende Erfolgsgeschichte zurückblicken. Ich denke, man kann nur wenigen Organisationen so vertrauen, wie der deutschen WHH. Das lässt sich im Übrigen auch nachlesen: Nach SPIEGEL ONLINE (28.11.2014) belegt die Welthungerhilfe wegen ihrer großen Transparenz den ersten Platz in der Rangliste von 50 verglichenen Spendenorganisationen:

www.spiegel.de/wirtschaft/service/transparenz-test-ranking-der-50-top-spendenorganisationena-1005164.htm"

Und hier äußert sich die Welthungerhilfe selbst zum Thema Transparenz: www.welthungerhilfe.de/transparenz.html


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